KGW's Rundschreiben November 2018

 

 

Deutschland in Europa und der Welt

In unserem monatlich erscheinenden „Blättchen“ schrieben wir über das „Verfalldatum“ der bundesdeutschen Kanzlerschaft. Einige Tage später verkündete Angela Merkel ihren Rücktritt als CDU-Vorsitzende. Auf dem Bundesparteitag (7.12.18) entscheiden sich die Delegierten zwischen Kramp-Karrenbauer, Merz oder Spahn. Der (oder die) Neue muss weg von politischem Machtdenken hin zu politischen Inhalten, für die die CDU steht (z.B. bessere Bildung und Forschung, wettbewerbsfähige digitale Infrastruktur, Flüchtlinge, innere Sicherheit und anderes mehr). Politische Selbstgespräche führen zum Stillstand. Mit sich selbst zu beschäftigen war gestern. Heute und künftig ist die Realität: Was beschäftigt die Menschen in Deutschland und wie ernst nimmt man die Sorgen und Nöte der Bundesbürger und die Furcht der Wirtschaft im globalen Wettbewerb.

Um das politische „Dreigestirn“ wird bereits kräftig diskutiert, geschrieben und gerangelt. Die Wunschkandidatin von Angela Merkel (Annegret Kramp-Karrenbauer) steht für christliche Soziallehre in der Nähe der Arbeitnehmer. Der einstige Parteirebell (Jens Spahn) ist ruhiger geworden. Seine sozialdemokratische Politik zeigt, dass er nicht mit dem richtigen politischen Handwerkszeug arbeitet. Der 63-jährige (Friedrich Merz) war schon einmal Fraktionschef und galt nach seinem Rückzug als politische Geschichte. Er gilt als Wirtschaftsliberaler und würde bei seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden die Wirtschaft wieder in den Mittelpunkt stellen. Die Presse stellte F.M. als Aufsichtsrat von Blackrock als Verantwortlichen in die Nähe der Cum-Ex-Geschäfte (wir schrieben mehrfach darüber). Die leitende Kölner Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker spricht F.M. zwar nicht persönlich an, aber zitiert aus dem deutschen Rechtssystem den Grundsatz „in dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten). Einen Schatten wirft es trotzdem auf F.M.. Wir glauben ohnehin nicht mehr daran, dass es in vielen Prozessen um Wahrheit und Gerechtigkeit geht, sondern um Interessen. Für manchen Staatsanwalt geht es um seine persönliche Karriere, einen „Großen“ (oder einen mit scheinbar viel Geld) zu „hängen“, was dann im Namen des Volkes von der Justiz abgeurteilt wird. Ein F.M. würde wohl nicht gewählt, obwohl er Millionär ist, oder nicht, weil er einer ist. Die Frage ist, ob er als Führungsperson die Probleme unseres Landes anpacken kann. Am Rande: Der CDU-Parteivorsitz ist ein Ehrenamt; dafür gibt es nur eine Aufwandsentschädigung (die ein finanziell gut aufgestellter F.M. wahrscheinlich an die Parteikasse zurückgeben würde). Als Schlussgedanke geht es um die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen. Gegen die Tiraden Trumps hat Angela Merkel die deutschen Exporteure im Regen stehen lassen. Mit seinen fast 2 Metern würde F.M. über Augenhöhe zu Donald Trump stehen und könnte darüber hinaus in der englischen Sprache auch den richtigen Ton finden.

 

Am 6.11.18 veröffentlichte der Bund der Steuerzahler das neue Schwarzbuch (kann heruntergeladen oder kostenlos angefordert werden). Man bekommt schlechte Laune, wenn man über die Vielzahl von (Steuer-)geldverschwendungen liest. Der Gipfel war der umgebaute Anhänger für 11.000 € in Niedersachsen, mit dem kranke oder verletzte Wölfe transportiert werden sollten (er wurde aber bisher noch nie gebraucht). Wir haben vergeblich danach gesucht, ob jemand für diese hirnrissige Geldausgabe zur Rechenschaft gezogen wurde.

Anfang dieses Monats tagten ca. 1.000 deutsche Exportmanager auf der 16. APK (Asien-Pazifik-Konferenz), Jakarta. Wohl kaum einer weiß, was das ist, aber Minister Peter Altmeier schlug eine „Globale Allianz für die Marktwirtschaft“ vor. Bezüglich der chinesischen Expansionspolitik kritisierte Joe Kaeser (Vorstandvorsitzender Siemens) die „Neue Seidenstraße“ als Ventil, die Überkapazitäten Chinas abzubauen. Europa ist schwach, weil man nicht miteinander, sondern übereinander spricht. So hat China die Führung übernommen und in mehreren europäischen Ländern bereits „Stützpunkte“ bzw. neue Projekte gestartet.

Für viele Deutsche ist Europa ein riesiges Gebilde, was in Brüssel, Straßburg oder sonst wo sitzt und sich als teurer bürokratischer Molch darstellt, der kaum etwas bewegt. In 200 Tagen wird das Europäische Parlament gewählt. Auf der Agenda stehen:

-       Freiheit und Demokratie in einem friedlichen Europa

-       Wie kann man den Brexit-Virus eindämmen

-       Kann man die Rechtsnationalisten stoppen

-       Holt man die osteuropäischen Euro-Skeptiker wieder ins Boot und einiges mehr

Wohl dem, der an ein Europa der Zukunft glaubt.

In den letzten 8 Jahren ging es in der Wirtschaft nur nach oben. Damit scheint es vorbei zu sein, denn fast täglich werden Konjunkturprognosen zurückgenommen. Eingeschränkter Freihandel, Zinsängste, Geldflut und Schuldenberge bremsen eine positive Entwicklung. Volkswirtschaften wurden mit billigem Geld über Wasser gehalten. Die Rezession klopft bereits an. Es ist schon längst an der Zeit, wo sich jedes Unternehmen auf den Prüfstand stellen sollte. Haben wir die richtigen Produkte, mit gesunden Margen? Ist das Personal das richtige, ggf. ist die Nachfolge gesichert? Ist die Finanzierung richtig oder macht das Eigenkapital von Banken unabhängig? Ist das Unternehmen digital eingerichtet? u.a.m. Warren Buffet sagte einmal: „Ein Risiko entsteht, wenn du nicht weißt, was du tust.“

 

 

 

 

 

Marktsituation für rost- und säurebeständige Edelstahlbleche und –bänder

 

 

Die Rohstoffmärkte

 

Die Aktienmärkte in China gingen abwärts und die Wachstumszahlen für 2019 wurden nach unten korrigiert. Hauptgrund ist der Handelsstreit zwischen USA und China. Das schlug auf die Rohstoffmärkte durch, sodass namentlich Nickel davon betroffen wurde (siehe nachstehende Statistik). Deshalb müssen wir uns korrigieren und glauben, dass die Legierungszuschläge auch im Januar schwächer werden. Das hat nichts damit zu tun, dass für 2018 die Nickel-Nachfrage einen neuen Rekord aufgestellt hat und dieser Trend für 2019 weitergeht. Die Nickel-Study-Group prognostiziert für dieses Jahr eine Nachfrage, die 100.000 Tonnen über dem Angebot liegt. Ausgleichend wirkt dabei der Lagerbestand an der LME London bzw. Shanghai Futures Exchange (SHFE). Für die Zukunft werden beträchtliche Mengen Nickel zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien benötigt. Auf der Angebotsseite drosselt mit den Philippinen einer der größten Nickel-Produzenten weltweit die Produktion aufgrund von Umweltauflagen. Die Investment-Bank Goldman Sachs hält bis 2019/2020 sogar einen Preisanstieg um fast 40% für möglich. Jetzt was für risikobereite Anleger: Man könnte mit einer Schuldverschreibung von ETF Securities (ISIN: DE 000 AOK RJ4 4) profitieren (natürlich nur, wenn der Ni-Preis steigt).

Die Ferrochrom-Preise werden quartalsweise festgeschrieben. Für das 4. Quartal 2018 1,24 US$/lb. Ferromolybdän-Preise sind aus der beiliegenden Statistik ersichtlich. Mit einer Veränderung nach oben oder nach unten ist in den nächsten Wochen nicht zu rechnen.

 

Der Produktionsvorstand bei ThyssenKrupp Heribert Fischer wies kürzlich auf die Probleme der deutschen Stahlwirtschaft hin und ist der Ansicht: „Nur durch Schutzmaßnahmen kann die EU Wettbewerbsverzerrungen verhindern“. Bemerkung von uns: Er hat von Donald Trump gelernt.

 

In Erinnerung rufen wir, dass Edelstähle aus Asien bei der Einfuhr nach Deutschland mit Straf- und Antidumping-Zöllen belegt werden. Aufgrund der Zollsätze ist seit geraumer Zeit eine Einführung chinesischer Bleche und Bänder nach Deutschland fast unmöglich geworden.

 

 

Währungen und Rohstoffe im Vergleich

 

 

Datum

Devisenkurs

Kassapreis

3 Monats-Preis

Nickel-Bestand

dt. Kassapreis

dt. Kassapreis

€ / US-$

Nickel (LME)

Nickel (LME)

LME to

Nickel €/100 kg

Molybdän €/100 kg

04.01.2016

1,0790

8.515

8.565

441.342

781

1.101

03.01.2017

1,0416

10.205

10.270

372.066

982

1.468

02.01.2018

1,2005

12.690

12.730

366.612

1.052

1.326

01.02.2018

1,2479

13.545

13.555

355.266

1.104

1.281

01.03.2018

1,2211

13.510

13.540

335.508

1.129

1.309

03.04.2018

1.2275

13.560

13.600

320.268

1.102

2.113

02.05.2018

1,1956

13.915

13.970

306.762

1.159

2.166

01.06.2018

1.1659

15.150

15.200

287.646

1.298

2.227

02.07.2018

1.1608

14.575

14.625

271.806

1.253

2.236

01.08.2018

1.1671

13.780

13.870

254.262

1.172

2.225

03.09.2018

1.1620

12.670

12.750

238.494

1.091

2.239

01.10.2018

1.1573

12.325

12.410

228.210

1.063

2.242

01.11.2018

1.1395

11.555

11.635

218.868

1.015

2.283

27.11.2018

1.1288

10.710

10.780

213.774

948

2.290

 

 

 

 

 

 

Legierungszuschläge für rostfreie Bleche und Bänder und Präzisionsband

 

 

W-Nr. 4016 4113 4301 4310* 4404 4521 4539 4571 4828
Tiefste LZ 2017 09/17 566 09/17 704 08/17 1105 09/17 1048 08/17 1556 09/17 931 08/17 2634 08/17 1573 08/17 1359
Höchste LZ 2017 02/ 810 04/17 963 04/17 1455 04/17 1384 04/17 2021 04/17 1208 04/17 3416 04/17 2044 04/17 1805
Jan 18 676 834 1290 1222 1844 1081 3184 1865 1605
Feb 18 634 822 1315 1241 1960 1101 3462 1984 1659
Mrz 18 620 833 1353 1273 2072 1138 3702 2097 1719
Apr 18 663 883 1407 1326 2145 1195 3806 2171 1778
Mai 18 686 897 1429 1348 2147 1200 3789 2173 1802
Jun 18 717 932 1527 1438 2275 1239 4029 2304 1932
Jul 18 735 944 1647 1546 2416 1245 4309 2448 2097
Aug 18 734 930 1584 1490 2312 1226 4087 2342 2005
Sep 18 721 944 1523 1434 2286 1265 4039 2314 1923
Okt 18 704 925 1443 1361 2180 1251 3836 2206 1814
Nov 18 685 904 1411 1330 2140 1228 3773 2166 1772
Dez 18 693 917 1365 1290 2088 1246 3653 2111 1701
                   
W-Nr Präz 4016 Präz 4301 Präz 4310 Präz 4310 Mo Präz 4404        
Jan 18 812 1548 1466 1554 2212        
Feb 18 761 1578 1490 1605 2352        
Mrz 18 744 1623 1528 1663 2486        
Apr 18 796 1689 1591 1732 2574        
Mai 18 823 1715 1617 1749 2577        
Jun 18 860 1833 1726 1856 2730        
Jul 18 882 1977 1855 1977 2900        
Aug 18 881 1901 1788 1904 2774        
Sep 18 866 1828 1721 1858 2743        
Okt 18 845 1732 1633 1770 2616        
Nov 18 822 1693 1596 1734 2568        
Dez 18 832 1638 1548 1692 2505        

Alle Preise in €/to

* Markennamen TKN (ThyssenKrupp Nirosta) 

Edelstahlschrott

 

W-Nr. Cr-St„hle (VF*), z.B. 4016 Ni-Stähle (V2A*), z.B. 4301 Cr-Ni-Mo-Stähle (V4A*), z.B. 4407/4571
höchst 2015 04/15: 390 05/15: 1.200 03/15: 1.680
tiefst 2015 11/15: 210 11/15: 740 12/15: 1.000
höchst 2016 12/16: 295 12/16: 1.080 12/16: 1.350
tiefst 2016 02,04,05/16: 190 01/16: 740 01,05/16: 1.000
höchst 2017 04/17 410 03/17 1200 03/17 1510
tiefst 2017 06/17 300 06/17 890 06/17 1200
Jan 18 385 1140 1420
Feb 18 395 1150 1450
Mrz 18 420 1180 1620
Apr 18 425 1230 1690
Mai 18 430 1230 1680
Jun 18 415 1190 1650
Jul 18 400 1130 1630
Aug 18 400 1140 1635
Sep 18 400 1070 1600
Okt 18 390 1060 1520
Nov 18 380 950 1520
Dez 18      

Alle Preise in €/to

* Markennamen ThyssenKrupp Nirosta/ Outokumpu Nirosta 

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