KGW's Rundschreiben Januar 2019

 

 

Deutschland in Europa und der Welt

Wahrscheinlich macht sich jeder am Ende eines Jahres Gedanken zum abgelaufenen Jahr. Im Vordergrund steht die persönliche Situation. Gleich anschließend die Frage: Was bringt das nächste Jahr für mich – für uns. Die Medien berichten täglich von Kriegen. Wo immer sie auch sind auf dieser Welt, ist ein Ende noch nicht abzusehen. Nachdem sich kürzlich die Präsidenten Putin und Trump gegenseitig Nettigkeiten ausgetauscht haben, kam aus Russland die Drohung des mächtigen Staatspräsidenten: Kommt es zum Nuklearkrieg, wird der ganze Kontinent zerstört! Beim Zerstören passt das Thema Klimakrise. Kürzlich entsandten 200 Länder ihre Delegierten, um die Tagung mit einer pflaumenweichen nichtssagenden Erklärung abzuschließen (auf die darüber hinaus die meisten auch noch stolz waren). Hier passt der Spruch: Außer Spesen nichts gewesen. Beim Brexit gibt es immer noch keine Austrittslösung. Die weltweiten Handelskriege und die damit verbundenen Zölle werden bestimmt die Wirtschaftsdynamik der Zukunft senken. Gerade wir Deutschen sind vom Export abhängig. Geht der zurück, wird das auf die Investitionsentscheidungen durchschlagen. Ebenfalls ohne Lösung ist Deutschland in der Flüchtlingskrise. Pfiffig, wie Olaf Scholz ist, hat er den Ländern für jeden Flüchtling pauschal 16.000 € angeboten, unabhängig von der Dauer und dem Ausgang des entsprechenden Verfahrens. Verständlicherweise lehnten die Länder ab, denn es würde für sie von 2018 bis 2025 eine Belastung von ca. 50,7 Mrd. € hochgerechnet, wovon der Bund (beim vorgenannten Betrag) lediglich 18,6 Mrd. € erstatten würde. Man betrachte alleine jährliche Kosten von 2 Mrd. €, um 277.000 Flüchtlinge zwischen 6 und 18 Jahren einzuschulen. Die Länder fordern vom Bund eine Hilfe von 4,7 Mrd. €, das wäre ca. das Niveau von 2019. Weiter zu den noch abzuarbeitenden Themen Bildung, Steuern, Renten, Globalisierung, Digitalisierung, EU-Transferunion und Wohnraum (um nur einige zu nennen). Noch geht es uns gut. Man kann sich aber an zwei Fingern abzählen, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung verändern wird, wenn sich die Konjunktur eintrübt oder gar verdunkelt. In Europa werden Deutschland und Holland im nächsten Jahr einen Überschuss erwirtschaften. Die restlichen Volkswirtschaften allerdings nehmen es mit dem sparen nicht so genau, sodass man in der EU von Etatdisziplin weit entfernt ist. Allen voran in Europa befehligt der schwache Präsident Jean-Claude Juncker einen sündhaft teuren Bürokratiekoloss, (den wir natürlich als Bürger eines jeden Landes bezahlen müssen) und betreibt eine Laissez-Faire-Politik. Dazu ein Beispiel: 18 Monate hatten die EU-Delegierten um die Reform der Währungsunion gerungen. Das Anfang Dezember 2018 präsentierte Ergebnis (lediglich Veränderungen beim Euro-Rettungsfond EMS) war winzig und nicht nennenswert. Es gibt nun einmal eine zu große Kluft zwischen den Mitgliedsstaaten des Nordens und des Südens. Die im Norden gelegenen Länder verlangen Solidität, während die südlichen Solidarität von den anderen erwarten. Im Herzen der EU liegt Deutschland, was mit eigenen Problemen zu kämpfen hat. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten war in der Vergangenheit angedacht, den Vorreiter in der EU zu spielen. Die Realität zeigt allerdings wenig Brauchbares. Gesucht wird also die starke Person, welche die einzelnen Mitgliedsländer zu einem gemeinsamen Europa führt. Das wird in Amerika und auch in China erkannt und deswegen versucht man, die eine gegen die andere Volkswirtschaft auszuspielen. In Brüssel lässt man sich von einem polternden Präsidenten in der USA sowie machtbesessenen Chinesen (mit der „Belt and Road“ – Seidenstraße) beeindrucken und vorführen.

Wir einzelnen sind zu klein, um in der Politik etwas Gravierendes zu verändern. Wenn man die Information der Presse und der Medien liest, bekommt man schlechte Laune und wenn man in Ruhe darüber nachdenkt, kann einem für die Zukunft Angst und Bange werden.

 

Die Institute prognostizieren 2019 in Deutschland eine Inflationsrate von 1,7 bis 2,2% und ein BIP (Bruttoinlandsprodukt) von 1,1 bis 1,8%. Der Überschuss soll bei 1,2% vom Bruttoinlandsprodukt (2018=1,6%) liegen. Eine Studie der Commerzbank („Standort Deutschland“) sagt aus, dass es mit Deutschland im internationalen Vergleich abwärtsgeht. Im Frühjahr eines jeden Jahres veröffentlicht die private Wirtschaftshochschule IMD (International Institute for Management and Development), Lausanne Schweiz, das „World Competitiveness Yearbook“. Es wird die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Länder untersucht. 2014 stand Deutschland auf Platz 6 – 2018 auf Platz 15. Es wird die Reformfreudigkeit bewertet bzw. ob ein Land sich auf seinen Lorbeeren ausruht. Die vorgenannte Platzierung spiegelt die Selbstgefälligkeit der Deutschen wider. Der Chefvolkswirt des Instituts, Christos Cabolis (Grieche, der an der US-Eliteuni Yale lehrt), ist der Ansicht, dass Deutschland zwar rührig war, aber das falsche getan hat. Die Rahmenbedingungen für Unternehmen wurden nicht verbessert. Im Hinblick auf die alternde Bevölkerung wurden die Kosten für das Produzieren und Arbeiten nicht gesenkt, sondern die Abgaben in die Höhe getrieben. Was beim Konjunkturboom an Geld eingesammelt wurde, gab man für soziale Wohltaten und Subventionen aus. Die Steuern und Abgaben liegen in Deutschland im Ländervergleich bei 38%, während sie bei den insgesamt 63 verglichenen Ländern nur bei ca. 27% liegen. Seit Ausbruch der Finanzkrise (vor ca. 10 Jahren) ist Deutschland von einem Idealplatz innerhalb der EU ins Mittelfeld abgerutscht. Infolge der Energiewende bezahlen die Deutschen mit 30 US-Cent pro Kilowattstunde mit Abstand den höchsten Energiepreis in der EU. Bei den Stromkosten für Unternehmen liegen wir auf dem 48. Platz. Energieintensiv produzierende Unternehmen werden wohl bei der künftigen Standortwahl von Deutschland absehen. Will man in Deutschland ein Unternehmen gründen, wiehert sofort der Amtsschimmel. Die Beurkundung bei Übertragung von Eigentum dauert 50 Tage (langsamer sind nur die Belgier). Investoren müssen sich im Schnitt auf 9 Behördengänge (internationaler Vergleich: 6) einstellen. Bei der Gründerfreundlichkeit platziert IMD Deutschland abgeschlagen auf Platz 55. Die Exporteure benötigen 36 Stunden (überall in der EU ist man schneller), bis sie ihre Waren über die Grenze transportieren können. Schlussendlich die Umverteilungspolitik zugunsten der Alten (garantiertes Rentenniveau, Mütterrente und anderes mehr) zulasten der Jungen. Die Befragung unter Managern hat bei Bewältigung der demografischen Last Deutschland auf Platz 47 eingestuft. Unsere Politik hat es versäumt, Deutschland fit für den internationalen Wettbewerb zu machen. Wir sind nur noch Mittelmaß und deshalb für Investoren nicht mehr so interessant wie früher. Langfristig wird logischerweise unser Wirtschaftswachstum gedrückt.

Marktsituation für rost- und säurebeständige Edelstahlbleche und –bänder

 

 

Die Rohstoffmärkte

2017 wurden weltweit ca. 1 Mio Elektroautos verkauft. Für 2030 wird eine Verkaufszahl von 50 Mio prognostiziert. Diese Fahrzeuge haben Lithium – Ionen – Batterien deren Bestandteile u.a. Nickel und Mangan sind. China setzt auf Elektrofahrzeuge. Um Rohstoffe für die eigene Produktion zu erhalten, sicherten sich die Chinesen Zugang zu den entsprechenden Rohstoffquellen in Afrika. Vale (Canada) und Norilsk Nickel (Russland) planen mit vielen Milliarden Euro den Ausbau von Nickelminen. Als Vorläufer von E – Autos setzt man auf Hybrid – Fahrzeuge deren Konzeption Zusatzmengen an Kupfer und Nickel benötigen. Norilsk Nickel erwartet einen Anstieg der Nickelnachfrage um 50 %. Wenn es auch nur annähernd so kommt, wird es einen massiven  Nickel – Preis – Anstieg geben. Da man in diesem Jahr mit einem globalen Wirtschaftswachstum rechnet, werden die Bedarfszahlen an Rohstoffen ebenfalls steigen. Weltweit geht man von einem Defizit an Nickel aus, was zunächst die Lagerbestände in London (LME) und Shanghai (SMM) weiter schmelzen lässt. Bei den anderen Legierungselementen (Chrom / Molybdän) könnte der Preisverlauf im ersten Halbjahr 2019 ähnlich schwach sein; im zweiten Halbjahr aber wird mit einem gravierenden Anstieg gerechnet. Spiegelbildlich werden sich die Legierungszuschläge (LZ) entwickeln:

 

Erstes Halbjahr  2019   – müder,  gleichbleibender Verlauf 

Zweites Halbjahr 2019  – massiver Zuwachs der Nachfrage und Preise                 

 

 

Währungen und Rohstoffe im Vergleich

 

Datum

Devisenkurs

Kassapreis

3 Monats-Preis

Nickel-Bestand

dt. Kassapreis

dt. Kassapreis

€ / US-$

Nickel (LME)

Nickel (LME)

LME to

Nickel €/100 kg

Molybdän €/100 kg

04.01.2016

1,0790

8.515

8.565

441.342

781

1.101

03.01.2017

1,0416

10.205

10.270

372.066

982

1.468

02.01.2018

1,2005

12.690

12.730

366.612

1.052

1.326

02.01.2019

1,1448

10.440

10.530

206.400

915

2.280

23.01.2019

1,1361

11.615

11.680

202.307

1.022

2.288

 

 

 

 

 

 

 

Legierungszuschläge für rostfreie Bleche und Bänder und Präzisionsband

 

 

W-Nr. 4016 4113 4301 4310* 4404 4521 4539 4571
Tiefste LZ 2018 03/18 620 02/18 822 01/18 1290 01/18 1222 01/18 1844 01/18 1081 01/18 3184 01/18 1865
Höchste LZ 2018 07/18 735 07/18 944 07/18 1647 07/18 1546 07/18 2416 09/18 1265 07/18 4309 07/18 2448
Jan 19 664 888 1274 1206 1976 1217 3450 1997
Feb 19 606 816 1228 1159 1903 1131 3358 1925
Mrz 19                
Apr 19                
Mai 19                
Jun 19                
Jul 19                
Aug 19                
Sep 19                
Okt 19                
Nov 19                
Dez 19                
                 
W-Nr Präz 4016 Präz 4301 Präz 4310 Präz 4310 Mo Präz 4404      
Jan 10 797 1529 1447 1593 2371      
Feb 19 727 1474 1390 1526 2283      
Mrz 19                
Apr 19                
Mai 19                
Jun 19                
Jul 19                
Aug 19                
Sep 19                
Okt 19                
Nov 19                
Dez 19                

Alle Preise in €/to

* Markennamen TKN (ThyssenKrupp Nirosta) 

Edelstahlschrott

 

W-Nr. Cr-St„hle (VF*), z.B. 4016 Ni-Stähle (V2A*), z.B. 4301 Cr-Ni-Mo-Stähle (V4A*), z.B. 4407/4571
Höchst 2018 11/18 380 12/18 870 01/18 1420
Tiefst 2018 05/18 430 04/18 1230 04/18 1690
Jan 189 320 940 1420
Feb 19      
Mrz 19      
Apr 19      
Mai 19      
Jun 19      
Jul 19      
Aug 19      
Sep 19      
Okt 19      
Nov 19      
Dez 19      

Alle Preise in €/to

* Markennamen ThyssenKrupp Nirosta/ Outokumpu Nirosta 

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