KGW's Rundschreiben September 2019

 

 

Deutschland in Europa und der Welt

In Deutschland können viele Auftragsbücher von Unternehmen mehr Bestand gebrauchen. Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporteure verbesserte sich, weil der Euro gegenüber US-Dollar sowie Renminbi an Wert verlor. Viele deutsche Unternehmen haben ihre Ertragsprognosen für dieses Jahr (wie noch nie seit dem Rezessionsjahr 2009 [1]) gesenkt. Die PKW-Produktion ist im ersten Halbjahr 2019 (in Relation zum gleichen Zeitraum 2018) um 5% gesunken. Die Hauptursachen sind: Der Einbruch des PKW-Verkaufs nach China, der Wandel hin zur Elektromobilität. Die weltweit schwächelnde Konjunktur und internationale Konflikte wirken sich negativ auf die Auftragsbestände deutscher Unternehmen aus. Der Abwärtstrend für dieses Jahr hält an. Als positiv stellen sich einige Digitalunternehmen und die Immobilienbranche dar (aufgrund der historisch niedrigen Zinsen). Sollte sich der Handelskrieg USA mit China verschärfen, könnte Deutschland (und Europa) der lachende Dritte sein und die entstehenden Lücken füllen. Das IFO-Institut hat dazu bereits eine Ausarbeitung erstellt.

Es scheint, dass für Großbritannien bald die Stunde der Wahrheit kommt. Für Deutschland würden das Milliardenlasten bedeuten und tausende Jobs, die auf dem Spiel stehen. Was könnte beim Brexit auf uns zukommen: Nach Kurzurlauben Visumspflicht. Wartezeiten und lange Zollkontrollen. Das britische Pfund sinkt, sodass shopping in London günstiger wird. Die Krankenversicherungskarte EHIC verliert wie auch die grüne Versicherungskarte (für Autofahrer) seine Gültigkeit. Chaos beim Güterverkehr gilt als sicher, was zu Versorgungsengpässen führt. Englische Medizinprodukte (Pflaster, Spritzen u.v.a.m.) könnten die Zulassung für den europäischen Markt verlieren. Gemäß Studie der Bertelsmann-Stiftung könnten wir Deutsche durch den Brexit jährlich bis zu 10 Mrd. Euro Einkommensverluste haben. Resümee: Der Brexit ist Gift für die schwächelnde Konjunktur!

Im ersten Halbjahr 2019 blies der Wind kräftig und war mit 67,2 Terawattstunden die größte Energiequelle. 26 Offshore-Windparks (4 Anlagen aktuell im Bau) produzieren sauberen Strom [2]). Zurzeit allerdings ist die Windbranche in der bislang schlimmsten Krise. Es laufen Klagen gegen 300 Windkraftanlagen. Ca. 40% führen Anwohner und ca. 60% Umweltverbände. NABU (Naturschutzbund) – der häufigste Kläger – führt als Grund Artenschutz an, obwohl es nur um einzelne Vögel oder Nester geht. Anhänger dieser Vereinigung „predigen“ Ökostrom zu beziehen, gehen aber juristisch gegen Produktionsanlagen vor. Zwischen Januar und Juni 2019 gingen (im gleichen Zeitraum bezogen auf den Durchschnitt der letzten drei Jahre) nur 81 Anlagen ans Netz (Gesamtleistung 271 Megawatt). Die Klagewut kann man nur als schizophren bezeichnen.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat errechnet, dass der Staat 2018 die Subventionen erneut steigerte, nämlich auf 118,3 Mrd. Euro. Man nennt Pendlerpauschalen, Bevorzugung von Bauern, Umsatzsteuererleichterung für Hoteliers als Posten, die sofort zu streichen sind. 80 Mrd. Euro gehören auf den Prüfstand. Mit dem Geld, was die Gießkannenpolitik „spendiert“, könnte man gezielt etwas Besseres anfangen.

Jeder, der etwas von seinem Handwerk versteht, findet auch Arbeit. Wenn wir allerdings die „Flickschusterei“ in der Politik (natürlich gibt es auch Ausnahmen) sehen, muss man feststellen, sie verstehen ihre Arbeit nicht. Vor einigen Tagen sickerten weitere Daten zur Steuerverschwendung bezüglich Maut des Verkehrsministeriums durch, was Minister Scheuer zu vertreten hat. Die „Eiertänze“ des Minister Altmaier führt er längst nicht mehr taktgenau auf. In der SPD stellt man sich paarweise auf, um Verantwortung zu übernehmen. Wir könnten mit Beispielen dieses gesamte Monatsblättchen füllen, beschränken uns aber schlussendlich nur noch auf AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer). Mag sein, dass sie in der saarländischen Provinz eine Größe war, als CDU-Chefin ist sie völlig überfordert. Aus einigen gravierenden Fehlern hat sie nichts gelernt und merkt auch nicht, dass ihre Reden nicht auf die Wähler wirken. Wen wundert denn dann noch das Ergebnis der AfD bei den beiden letzten Wahlen?

Die Wiedervereinigung begann mit dem Fall der Mauer – vor 30 Jahren. Der 124-seitige „Jahresbericht zum Stand der deutschen Einheit“ schildert das Zusammenwachsen Deutschlands und die Angleichung der Lebensverhältnisse. Ohne Zweifel ist eine Annährung der ökonomischen Daten zu erkennen, wenn es aber um politische Fragen geht, ist man im ehemaligen Osten unzufrieden. 57% der ostdeutschen Bürger fühlen sich als 2. Klasse. Spiegelbildlich kann man das bei Wahlen erkennen – die Ergebnisse sind jedem hinreichend bekannt. Seit der Wiedervereinigung haben ca. 1,2 Mill. Menschen die ostdeutschen Länder verlassen (vor allem junge und gut qualifizierte). Dass hemmt das wirtschaftliche Wachstum. Man ist also auf Zuwanderer angewiesen. Wenn man z.B. die Ereignisse in Chemnitz und Köthen betrachtet, gibt es Defizite, sich Zuwanderern aus anderen Ländern gesellschaftlich zu öffnen. Es scheint, dass man über mehrere Generationen die Menschen vereinigen kann.

 

_____

[1] Verlauf des Konjunkturzyklus einer Volkswirtschaft

[2] Wirtschaftswoche: "Faire Stromanbieter 2019". Ausgabe 38/2019

Im Vergleich: 6.700 Stromtarife

 

Die Edelstahl- und Rohstoffmärkte

Den Lesern dieser monatlichen Kurzinformation sagten wir bereits vor einigen Monaten Nickelpreiserhöhungen zum Herbst voraus. Als Gründe sind der Nickelerz-Exportstopp Indonesiens (zum 01.01.2020) sowie der Ausbau der deutschen Elektromobilität zu sehen. Das ruft Spekulanten und Zocker auf den Plan, die durch Zukäufe den Preis nach oben trieben und wahrscheinlich weitertreiben werden. Minenbetreiber (z.B. auf den Philippinen) steigern den Abbau, können aber in den nächsten Wochen und Monaten weitere Nickelpreisanstiege nicht verhindern. Der Abschwung wird bestimmt kommen, aber nicht mehr in diesem Jahr. Die Preise der weiteren Rohstoffe, die für die LZ-Berechnung Bedeutung haben, sind gleichbleibend oder zeigen einen Abwärtstrend. Somit ist es ausschließlich der Nickelpreis, der für weitere LZ-Erhöhungen der Chrom-Nickel-Stähle (z.B. 1.4301) sowie stabilisierte Stähle (z.B. 1.4404/1.4571) zum November und Dezember sorgt. Die Rohstoffpreise werden in US-Dollar abgerechnet. Die nachstehende Tabelle zeigt keine wesentlichen Paritätsveränderungen, die Einfluss auf die Legierungszuschläge nehmen könnten.

Währungen und Nickelpreise im Vergleich

Datum

Devisenkurs

Kassapreis

3 Monats-Preis

Nickel-Bestand

dt. Kassapreis

 

€ / US-$

Nickel (LME)

Nickel (LME)

LME to

Nickel €/100 kg

04.01.2016

1,0790

8.515

8.565

441.342

781

03.01.2017

1,0416

10.205

10.270

372.066

982

02.01.2018

1,2005

12.690

12.730

366.612

1.052

02.01.2019

1,1448

10.440

10.530

206.400

915

01.02.2019

1,1454

12.460

12.550

201.702

1.087

01.03.2019

1,1388

13.160

13.245

196.782

1.157

01.04.2019

1,1218

13.155

13.250

182.466

1.172

02.05.2019

1,1244

12.130

12.210

173.058

1.079

03.06.2019

1,1297

12.135

12.180

168.684

1.072

01.07.2019

1,1373

12.340

12.420

161.658

1.087

01.08.2019

1,1140

14.290

14.315

143.670

1.295

02.09.2019

1,0982

18.625

18.475

152.604

1.698

25.09.2019

1,1001

17.195

17.030

153.546

1.566

Legierungszuschläge für rostfreie Bleche und Bänder

W-Nr.

Tiefste LZ

Höchste LZ

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

2018

2018

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

Monat

€/to

Monat

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

4016

03/18

620

07/18

735

664

606

627

641

662

657

655

602

594

576

 

4301

01/18

1.290

07/18

1.647

1.274

1.228

1.351

1.430

1.450

1.380

1.362

1.382

1.557

1.727

^

 

4404

01/18

1.844

07/18

2.416

1.976

1.903

2.051

2.197

2.218

2.122

2.094

2.123

2.360

2.594

^

 

4509

03/18

733

07/18

851

797

739

759

774

794

790

788

734

726

707

 

4521

01/18

1.081

09/18

1.265

1.217

1.131

1.143

1.198

1.221

1.214

1.207

1.138

1.132

1.115

 

4539

01/18

3.184

07/18

4.309

3.450

3.358

3.654

3.936

3.960

3.765

3.703

3.818

4.319

4.827

^

 

4571

01/18

1.865

07/18

2.448

1.997

1.925

2.076

2.224

2.246

2.148

2.118

2.150

2.394

2.635

^

 

Legierungszuschläge Präzisionsband

W-Nr.

Tiefste LZ

Höchste LZ

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

2018

2018

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

Monat

€/to

Monat

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

4016

03/18

744

07/18

882

797

727

752

769

794

789

786

722

713

692

 

4301

01/18

1.548

07/18

1.977

1.529

1474

1.621

1.716

1.741

1.656

1.634

1.659

1.868

2.073

^

 

4310

01/18

1.466

07/18

1.855

1.447

1390

1.523

1.610

1.634

1.557

1.538

1.552

1.737

1.917

^

 

4310 Mo

01/18

1.554

07/18

1.977

1.593

1526

1.654

1.754

1.777

1.701

1.680

1.689

1.871

2.045

^

 

4404

01/18

2.212

07/18

2.900

2.371

2283

2.461

2.636

2.661

2.547

2.512

2.547

2.832

3.113

^

 

Edelstahlschrott

W-Nr.

Tiefste LZ

Höchste LZ

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

2018

2018

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

2019

Monat

€/to

Monat

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

€/to

Cr-Stähle

11/18

380

05/18

430

320

350

350

355

350

310

340

350

300

 

 

 

(VF*)

z.B. 4016

Ni-Stähle

12/18

870

04/18

1.230

940

1.050

1.100

1.070

980

970

1.080

1.110

 1.000

 

 

 

(V2A*)

z.B. 4301

Cr-Ni-Mo-

01/18

1.420

04/18

1.690

1.420

1.500

1.600

1.570

1.500

1.500

1.600

1.610

1.600

 

 

 

Stähle (V4A*)

z.B.4404/4571

Alle Preise in €/to

* Markennamen ThyssenKrupp Nirosta/ Outokumpu Nirosta 

 

 

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